SORBIT­INTO­LERANZ TESTEN LASSEN

Wie kann eine Sorbit­intoleranz festgestellt werden?

Um zu lernen seinen eignen Körper zu lesen und zu verstehen, hilft Selbstbeobachtung. Dabei ist es wichtig ganz genau hinzuschauen oder vielmehr hinzufühlen, was dem eigenen Körper gut tut und was nicht. Aber wie geht man vor?

Das Ernährungs­tagebuch

Erste Hinweise auf eine Unverträglichkeit kann ein klassisches Ernährungs- und Beschwerdeprotokoll liefern. Ihr notiert darin, wann ihr welche Menge von welchem Nahrungsmittel gegessen habt und wann Beschwerden auftraten. Aber Obacht, bei der Sorbitintoleranz setzen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähbauch, das Gefühl „einen Sack Steine im unteren Bauch zu haben“, erst ca. drei Stunden nach der jeweiligen Mahlzeit ein. Oder sie werden mit der neuen Mahlzeit ausgelöst, da die Darmbewegung in Gang gesetzt wird, d.h. die neu nachgeschobene Nahrung drückt die sich bereits in der Verdauung befindliche Nahrung weiter den Darm entlang. Manche Beschwerden treten sogar erst nach 48h auf- je nachdem, wie lange die individuelle Verdauung braucht.

Es hilft, wenn das Ernährungstagebuch mit einem Ernährungsexperten besprochen werden kann, der ggf. Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten bestimmter Lebensmittel erkennt- ansonsten ist das für den Laien wie die Suche nach der bekannten Nadel im Heuhaufen.

 

Der H2 Atemtest

Klären lässt sich der Verdacht auf eine Sorbitintoleranz mit einem Wasserstoff-Atemtest (H2-Atemtest), den beispielsweise Internisten oder Gastroenterologen, aber auch einige Hausärzte durchführen.

Um die Testergebnisse nicht zu verfälschen dürft ihr 14 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr Essen und ausschließlich Leitungswasser trinken. Das heißt am Tag vor der Untersuchung, welche i.d.R. um 8 Uhr in der Früh startet, esst ihr eure letzte, leichte Mahlzeit bis 18 Uhr (z.B. Reis und Fisch mit etwas gedünstetem Gemüse). Ihr solltet danach nur noch Wasser trinken und ab 22 Uhr auch damit stoppen. Der Hintergrund hierfür ist, dass zum Testbeginn möglichst alle Nahrung/ Getränke in eurem Darm weitgehend verdaut sind, sodass der Test nicht durch Nahrungsreste beeinflusst wird.

Zu Testbeginn wird der Wasserstoffgehalt in eurem Atem ermittelt, indem ihr in ein Atemtestgerät pustet. Dann bekommt ihr eine Sorbitlösung zum Trinken, etwa 5 g  Sorbit gelöst in 200 ml Wasser.  Das schmeckt nicht so berauschend, daher Augen zu und durch. Anschließend wird mehrmals in festen Zeitabständen, etwa alle 30 Minuten, die Wasserstoffkonzentration in der ausgeatmeten Luft gemessen, indem ihr erneut in ein Röhrchen pustet. Bei einer Sorbitunverträglichkeit steigt diese Konzentration (im Vergleich zum Nüchternwert) mit der Zeit deutlich an. Sobald die Flüssigkeit durch den Magen und Dünndarm geflossen ist, beginnen  Bakterien das unverdaute Sorbit im Dickdarm zu verstoffwechseln. Dabei entsteht viel Wasserstoff, der nach der Aufnahme in den Körper über die Ausatemluft abgegeben wird.

Wie ich auch in meinem Artikel Was ist Sorbitintoleranz erwähne, ist bei einem Großteil aller Betroffenen eine Sorbitintoleranz mit einer Fructoseintoleranz und / oder einer Laktoseintoleranz gekoppelt. Die Fallzahl wird hier auf zwischen 80% bis 90% geschätzt.[1]

Daher ist es empfehlenswert, bei entsprechenden Beschwerden auch Tests auf diese und ggf. weitere Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu machen. Euer Ernährungstagebuch kann euch hierbei helfen, Nahrungsmittel zu identifizieren, die euch nicht gut bekommen, wie z.B. Milch, Käse, Fructose haltige Süßigkeiten oder Joghurts etc. Dennoch vertragen manche Menschen Fructose und Laktose prima, reagieren jedoch auf Sorbit mit Magen-Darm-Symptomen. Diese Störung heißt isolierte Sorbitintoleranz. Das ist z.B. bei mir der Fall.

Wenn bei euch der H2-Atemtest positiv ausgefallen ist, keine Panik. Ich gebe euch ein paar Tipps und Hilfestellungen was nach der Diagnose Sorbitintoleranz zu beachten ist.

 

 

Ergänzende Informationen:

  1. https://www.netdoktor.de/krankheiten/sorbitunvertraeglichkeit/