DIAGNOSE SORBIT­INTO­LERANZ UND WAS NUN

Sorbitintoleranz kurz erklärt

Bei einer Sorbitintoleranz kann das über die Nahrung aufgenommene Sorbit vom Dünndarm nicht oder nur unvollständig verwertet werden. Es gelangt dann mit den Nahrungsresten in den Dickdarm, wo es von Darmbakterien „gefressen“ und verstoffwechselt wird. Dabei entstehen Gase, die zu den Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähbauch und u.U. Durchfall führen. Eine umfassendere Erklärung findet ihr hier.

 

Sorbit­intoleranz und was nun?

Zuerst einmal tiiieeef durchatmen

Ein großer Schritt ist an dieser Stelle bereits gemacht: Du weißt, dass du eine Sorbitintoleranz hast. Allein zu dieser Diagnose zu kommen, kostet viele Menschen jahrelanges Unwohlsein, Rätselraten, Ausprobieren & Frustration, da die angenommenen Ursachen für die Symptome sich nicht selten zu widersprechen scheinen. Insbesondere dann, wenn man sich doch bewusst gesund und vollwertig ernährt. Wie du Sorbitunverträglichkeit testen lassen kannst erfährst du hier.

Nun nach der Diagnose sollten die nächsten Schritte recht einfach sein, schließlich muss man ja „einfach nur Sorbit vermeiden“. Das ist aber deutlich leichter gesagt als getan und viele Betroffene, denen eine Sorbitunverträglichkeit diagnostiziert wurde, fühlen sich erst einmal überfordert. Völlig zu Recht. Mir ging es da nicht anders. Zumal ich bis dato ja nicht einmal wusste, was Sorbit überhaupt ist.

Die gesamte Ernährung muss schließlich umgestellt werden. Das beeinflusst jede einzelne Mahlzeit an jedem einzelnen Tag. Eine ganze Reihe Lebensmittel enthalten Sorbit, aber in unterschiedlichen Mengen. Und weil geringe Mengen teilweise sogar vertragen werden können, wirkt dadurch gerade am Anfang alles sehr konfus. Man möchte nicht nur verstehen, was da mit einem los ist, sondern auch endlich beschwerdefrei leben und alles dafür Notwendige tun.

 

Ernährung bei Sorbit­un­ver­träglichkeit

Anders als bei einer Laktoseintoleranz, bei der man zumindest zeitweise Laktasepräparate einnehmen kann, um die Laktoseaufnahme zu kompensieren, lassen sich die Symptome einer Sorbitunverträglichkeit nur dadurch vermeiden, dass man kein bzw. nur so viel Sorbit, wie man individuell verträgt, zu sich nimmt.

Dabei kann es hilfreich sein, wenn man nach der Diagnose für einige Zeit möglichst ganz auf sorbithaltige Produkte verzichtet, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Aber woher weiß man denn, welche Produkte sorbithaltig sind? Vor diesem Dilemma stand ich nach meiner Untersuchung. Denn leider gab mir die medizinische Fachangestellte in der Gastroenterologie lediglich eine einseitige tabellarische Übersicht an die Hand, die hauptsächlich für Fructoseintoleranz erstellt wurde und deren Angaben zum Sorbitgehalt der aufgeführten Lebensmitteln zum Großteil mit „n.A.“ (keine Angabe) gekennzeichnet waren. Hmmm… Ich googelte also ein bisschen und musste dabei feststellen, dass es keine eineindeutigen Aussagen gab zu:

  1. Einem tatsächlichen Sorbit-Bestandteil in einem bestimmten Lebensmittel
  2. Dem genauen Sorbit-Anteil in dem jeweiligen Produkt

Diese Intransparenz und z.T. Widersprüchlichkeit frustrierten mich sehr. Und das ist auch der Grund weshalb ich diesen Blog begonnen habe. Ich möchte Klarheit schaffen oder zumindest dazu beitragen, dass es eine Quelle gibt, die sich umfassend mit dieser speziellen Unverträglichkeit auseinandersetzt und eine aktuelle und verlässliche Grundlage für Betroffene bietet. Hier findest du meine Übersicht zum Sorbitgehalt in Lebensmitteln.

 

Wie du vorgehen kannst

  • Den ersten Schritt könnt ihr an dieser Stelle einfach überspringen. Nämlich die Recherche und Erstellung einer Übersicht sorbithaltiger Lebensmittel. Denn diese findet ihr hier.
  • An zweiter Stelle empfehle ich, nach eigener Erfahrung und Durchführung, mit einer Darmreinigung zu beginnen. Wichtig dabei ist, für einige Wochen vollkommen auf sorbit-, fruchtzucker- und generell zuckerhaltige Nahrungsmittel zu verzichten. Meist bessern sich die Beschwerden schon deutlich in dieser Zeit.
  • Im Anschluss daran gilt es langsam die persönliche Toleranzgrenze von Sorbit auszutesten, indem man zuerst kleine und dann steigende Mengen an sorbithaltigen Lebensmitteln wieder zu sich nimmt. Wie bereits gesagt, variiert die persönliche Toleranzgrenze oft recht stark bei einer Sorbitunverträglichkeit.
  • Empfehlenswert ist in dieser Testphase ein Ernährungs- und Symptomtagebuch. Denn mit Hilfe der Aufzeichnungen lassen sich Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und den verzehrten Speisen leichter erkennen.

 

Ausblick

Dauerhaft beschwerdefrei werden Menschen mit Sorbitintoleranz durch die dauerhafte Reduktion der Aufnahme von Sorbit. Eine Sorbitintoleranz ist laut aktuellen Studien nicht heilbar und bislang kann man ihr auch nicht vorbeugen. Die  gerade noch problemlos tolerierte Menge variiert individuell, liegt in den meisten Fällen aber bei etwa 10 g bis 20 g Sorbit pro Tag.

Während ihr euch bei neu diagnostizierter Sorbitunverträglichkeit zunächst relativ eng an Best Practices, oder besser noch an die Empfehlungen eines Ernährungsberaters halten solltet, bekommt ihr mit der Zeit ein gutes Gespür dafür, was euch in welcher Menge und in welcher Kombination gut bekommt.

Essentiell ist es hierbei auf euren Körper zu hören und nicht aus Schamgefühl „unangenehm“ aufzufallen oder aus Höflichkeit (Oma hat extra meine (bisherige) Lieblingsspeise gekocht) Dinge zu Essen, die euch nicht gut tun.

 

 

Artikel und Websites, die ich hilfreich finde

https://www.fodmap-info.de/fodmap-reiche-und-fodmap-arme-lebensmittel/

https://www.juvalis.de/apotheke/sorbitintoleranz/

https://www.lifeline.de/krankheiten/Sorbitintoleranz-Sorbitmalabsorption-id97663.html