DARM­KUR 1×1

Zugegeben, das Thema Darmkur, geschweige denn Darmreinigung, ist auf den ersten Blick nicht wirklich sexy.

Im Gegenteil, wir sprechen doch eher selten und wenn überhaupt recht schambehaftet und zögerlich über unsere Verdauung. Schließlich assoziieren wir mit dem Darm zumeist das, was ganz am Schluss passiert, das Ausscheiden der Nahrungsreste, die unser Körper nicht weiter verwertet hat.

Das weitaus mehr in unserem Darm und seiner täglichen Leistung für uns steckt, wissen die meisten gar nicht. Daher möchte ich dir einen Wissensvorsprung geben und zeigen, wie stark dein Darm an deinem allgemeinen Wohlbefinden und deiner Gesundheit beteiligt ist und wie du ihn unterstützen kannst, diese großartige Arbeit bestmöglich für dich vollbringen zu können.

Short Notes

  • Eine Darmkur besteht aus einer Mineralerde, Ballaststoffen und einem Probiotikum
  • Ziel: Sie reinigt und pflegt den Darm
  • Dauer: ca. 4-12 Wochen

Kurze Begriffseinordnung

Du bist vermutlich schon öfter über das Wort Detox gestolpert. Hierbei geht es um eine Entgiftung deines Körpers, bei der du ihn durch eine temporäre Ernährungsumstellung gezielt unterstützt, Giftstoffe und schädliche Stoffwechselprodukte auszuscheiden.

Eine Darmkur verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Im Kontext einer Darmkur werden häufiger mehrere Begriffe synonym verwendet. Daher möchte ich die Unterschiede kurz erklären.

Bei der klassischen medizischen Darmreinigung liegt der Fokus auf der Entleerung des Darms, sodass er von allen alten Stoffwechselprodukten befreit wird. Oft ist die Darmreinigung ein Teilschritt einer Detox- oder Fastenkur.

Die Darmkur wie ich sie in diesem Beitrag erläutere beschreibt eine natürliche Darmsanierung.

Sie stellt nicht nur eine Reinigung des Darms dar, sondern immer auch eine Entgiftung und Entschlackung des ganzen Körpers und den Aufbau einer gesunden Darmflora. Denn allein durch das Abtöten von Pilzen oder Ausschwemmen von Giftstoffen ist die Darmflora nicht automatisch wieder im Lot. Doch durch einen gezielten Wiederaufbau mit Unterstützung von Probiotika kann dies geschehen.

Ist eine Darm­kur etwas für dich?

Falls du dich jetzt fragst, ob die Darmsanierung für dich überhaupt ein Thema ist und ob du damit starten solltest, hier ein paar Fakten zum Thema.

Dein Darm ist nach der ersten Zerkleinerung deiner Mahlzeit im Magen dafür verantwortlich, die Nährstoffe aus den Lebensmitteln zu absorbieren und an andere Bereiche deines Körpers weiterzuleiten. Die Nahrungsreste, die nicht vom Körper verwendet werden können, werden schließlich über den Dickdarm ausgeschieden.

Ein gesunder Darm ist oft der Garant für Gesundheit und Wohlbefinden. Ein kranker Darm hingegen kann die Ursache vieler chronischer Beschwerden sein.

Unser Alltag ist oft voll von ungeeigneter Nahrung, wie nährstoffarmen Produkten aus Weißmehl, raffiniertem Zucker, gesüßten oder alkoholischen Getränken, schlechten Fetten, Zusatzstoffen und Antibiotika, welche unseren Darm reizen und sogar schaden. Hinzu kommen Stress und Bewegungsmangel, welche sich ebenfalls negativ auf unsere Darmgesundheit auswirken. Du kannst mir sicher bis hierhin folgen und denkst vielleicht

„Klar, der Darm hat dann etwas mehr zu tun, aber bisher hat er das ja ganz gut hinbekommen und ich möchte mir ja nicht alles, was schmeckt und auch in eine gesellige Runde gehört verbieten. Was für ein trauriges Leben wäre das?“

Und um Verbote und radikale Veränderungen geht es mir auch gar nicht. Ich möchte dein Bewusstsein für diesen essentiellen Teil deines Körpers etwas schärfen, sodass du bessere Entscheidungen für dich treffen kannst.

Vor allem im Zusammenhang mit Ernährungsunverträglichkeiten, wie der Sorbitintoleranz, muten wir unserem Darm mit der westlichen Ernährungsweise täglich mehr zu als in der Lage ist zu verdauen.

Du kennst vielleicht das Gefühl antriebslos und unkonzentriert zu sein und deine Leistung und deinen Elan nicht richtig abrufen zu können.

Dabei ist es wichtig, dass du verstehst, dass eine schlechte Darmgesundheit sich nicht nur auf den Darm beschränkt, sondern oft die Ursache vieler chronischer Erkrankungen ist. Hier wird dann schnell klar, wie wichtig es ist, deinem Darm mehr Aufmerksamkeit zu widmen und bei Bedarf eine Darmsanierung durchzuführen. Eine Sanierung des Darmes kann Heilprozesse anstoßen oder Krankheitsrisiken minimieren.

Je gesünder dein Darm – umso gesünder bist du.

Eine Darmsanierung  kann also Abhilfe schaffen, da sie sich positiv auf den gesamten Organismus auswirkt.

Haupt­bestand­teile einer Darm­­s­anier­ung

  1. Ein reinigender Ballaststoff
  2. Eine geeignete, adsorbierende Mineralerde
  3. Ein sinnvolles Probiotikum

Flohsamen­schalenpulver- der Ballast­stoff

Flohsamenschalen bzw. das daraus bestehende Pulver werden als neues Superfood gehandelt und vielfach zur Nahrungsergänzung eingesetzt. Die Schalen der Samen stammen von der Pflanze „Plantago ovata“, welche vorrangig in Indien, Pakistan und Nordafrika wächst. Ihre positive Eigenschaft im Darm ist, dass sich ihr Volumen bei ausreichender Wasserzugabe vervierzigfacht.

Bei der Darmsanierung lockern die kleinen Helferlein somit Ablagerungen im Verdauungssystem und lösen Toxine sowie Stoffwechselabfallprodukte. Wichtig:  Flohsamenschalen sollten wirklich nur feinst vermahlen eingenommen werden damit sie ihre volle Wirksamkeit entfalten können und dabei auch gut verträglich sind.

Bentonit- die Mineral­erde

Bentonit ist eine Mineralerde, die durch Verwitterung von Vulkanasche entstanden ist. Es hat eine ungewöhnlich hohe Absorptionsfähigkeit. Das bedeutet, dass an dessen Oberfläche andere Substanzen haften bleiben und sich dort anreichern. Außerdem besitzt Bentonit große Wasseraufnahme- und Quelleigenschaften. Somit wirkt es im Darm wie ein Schwamm und bindet Giftstoffe an sich: Säuren, Schwermetalle, Darmgase, Bakteriengifte, Schimmelpilzgifte und viele mehr. Diese können dann völlig unproblematisch mit dem Stuhl ausgeschieden werden und belasten ab sofort den Körper nicht mehr. Eine weitere Mineralerde mit gleichen Eigenschaften ist Zeolith.

Probiotikum- ein guter Ver­bündeter

Für einen guten Verdauungsprozess braucht dein Darm verdauungsfördernde Bakterien. Hierbei spricht man auch von Darmflora. Diese Bakterien sind echte Powerwesen- sie  übernehmen nicht nur die Verdauung, sondern stimulieren auch deine Immunabwehr.

Nun solltest du wissen, dass es gute und schlechte Darmbakterien gibt. Und wir wollen uns die guten heranzüchten. Dabei kann es sich sehr positiv auswirken, wenn du während deiner Darmkur zusätzlich Probiotika zu dir nimmst. Das sind lebensfähige Mikroorganismen, die sich in deinem Darm ansiedeln können und dort kräftig unterstützen, sodass dein Darm den Körper bestmöglich versorgen kann. Es handelt sich um verschiedene Milchsäure-, Bifido- und Colibakterien sowie bestimmte Hefepilze.

Es ist wichtig, dass du die Probiotika mit ausreichend Abstand zu deinem Flohsamenschalen-Bentonit Cocktail einnimmst. Denn durch die Darmsanierung werden Mikroorganismen ausgeschieden. In erster Linie natürlich die schlechten, aber auch die guten können  auf der Strecke bleiben, wenn sie eingenommen werden während das Putzteam arbeitet.

Beachte auch, dass einige Probiotika (wie z.B. Mutaflor) im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, da die lebensfähigen Bakterien bei höheren Temperaturen nicht lange überleben können und ihre Wirksamkeit verlieren.

Wie funktioniert nun die Darmkur?

Die oben genannten Komponenten Bentonit und Flohsamenschalenpulver kannst du in verschiedenen Formen zu dir nehmen. Du kannst sie (je 1TL) in Pulverform mit Wasser (300 ml) zu einem Cocktail mischen und solltest diesen dann direkt trinken, da die Flohsamenschalen schnell andicken (ähnlich wie Chiasamen) und es dann nicht mehr so angenehm ist, sie herunterzuschlucken. Ich selbst habe diese Variante für 30 Tage getestet und muss sagen, dass es mich zum Ende hin sehr viel Überwindung gekostet hat, diesen Shake zu trinken. Daher bin ich bei meiner aktuell zweiten Darmkur auf Kapseln umgestiegen, dass finde ich deutlich angenehmer und auch praktischer für unterwegs.

Ob Kapseln oder Shake, die Flohsamenschalen-Bentonit-Mischung wird so eingenommen:

  • morgens 1h vor dem Frühstück mit ausreichend Wasser (min. 300 ml)
  • zum Frühstück wird das Probiotikum eingenommen
  • abends 1h vor dem (leichten) Abendessen mit ausreichend Wasser (min. 300 ml)
  • zum Abendessen wird das Probiotikum eingenommen
  • Warum zeitversetzt zur Mahlzeit? Damit der Magen während der Einnahme leer ist.

Gleichzeitig empfehlen Experten während der Darmsanierung eine basische Ernährung. Das heißt grob ausgedrückt, dass auf Zucker, Weißmehl, Alkohol, Milchprodukte, Fleisch und Fisch (insbesondere jene aus nicht Bio-Qualität), kohlensäurehaltige Getränke, Softdrinks und idealerweise auch auf Kaffee verzichtet wird.

Warum ist das ratsam? Milchprodukte z.B. sind starke Schleimbildner und schwer verdaulich und behindern den Reinigungsprozess stark. Kohelnsäurehaltige Getränke, Alkohol, Säfte und Kaffee (zucker- und/oder koffeinhaltig) sind starke Säurebildner, die den Stoffwechsel mehr belasten als dass sie ihm nützen.

Wie lange dauert eine Darmkur?

Die Dauer der Darmsanierung richtet sich danach, wie stark die Darmflora bereits in Mitleidenschaft gezogen ist. Ich habe meine Darmkur für jeweils 30 Tage gemacht. Beiträge die ich zu dem Thema recherchiert habe sprechen von einem Zeitraum von  4-12 Wochen. In manchen Fällen braucht der Organismus jedoch deutlich länger, um den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen, z.B. nach einer längeren Antibiotika Einnahme. Die ersten positiven Veränderungen werden innerhalb der ersten 14 Tage berichtet.

Was ist zu beachten?

  • Über den Tag verteilt viel trinken (idealerweise stilles Wasser und Kräuter- / Grüner Tee)
    • Denn sowohl Bentonit als auch Flohsamenschalen haben eine stark quellende Wirkung (Bentonit dehnt sich um 10-12 fache aus) und können sonst zu Verstopfungen führen
  • Medikamente ca. 2-3 Stunden zeitversetzt zum Flohsamenschalenpulver-Bentonit-Mix einnehmen
    • Auch sie können ausgeschwemmt werden und ihre Wirkung somit nicht entfalten
    • Solltest du Medikamente auf nüchternen Magen einnehmen müssen, kannst du den Mix auch 0,5 –1 h vor einer anderen Mahlzeit einnehmen. Die letzte Mahlzeit sollte jedoch mind. 1 h zurückliegen
  • Meide für eine optimale Unterstützung deines Darms Alkohol, Softdrinks, Zucker, Weißmehl (Pizza, Pasta), Convenience Produkte, Milchprodukte, tierische Produkte*
    • In überschaubaren Mengen ok sind hochwertige tierische Produkte aus biologischer Landwirtschaft z. B. Bio-Eier oder Fisch aus Bio-Aquakultur
  • Eine basische Ernährung wird oft empfohlen, um dem Körper beim Entgiften zu helfen und die Mineralstoffe zuzuführen, die er benötigt
    • Disclaimer: Eine rein basische Ernährung solltest du nur zeitlich begrenzt durchführen. Sie eignet sich bei einer Darmsanierung. Auf Dauer wird sie nicht empfohlen, da es auch gesunde und lebenswichtige Säurebildner gibt. Daher wird langfristig eine basenüberschüssige Ernährung empfohlen, die zu etwa 70-80 % basische und 20-30%  gesunde(!) säurebildende Lebensmittel enthält (wie Nüsse, Quinoa, Buchweizen,  Bio-Eier,  Bio-Dinkel)
  • Erwarte keine Wunder, sofort schön, schlank, gesund und super fit zu sein. Lass deinem Körper Zeit. Schließlich hat er eine viel längere Zeit eine andere Ernährungsweise erfahren

Was du dir während deiner Darmkur noch Gutes tun kannst

Eine Darmkur kann auch ein guter Anlass sein, deinem Körper darüber hinaus etwas Gutes zu tun, indem du dich ihm etwas achtsamer zuwendest. Es ist eine Möglichkeit dich und deinen Körper als Team zu sehen und besser kennenzulernen.

Wie wäre es, wenn du dir einmal Zeit für dich nimmst und einmal ganz bewusst beobachtest und hinzufühlst, wie es deinem Körper geht? Wo und wie reagiert er? Und wie fühlt sich das für dich an?

Für mich ist eine Darmsanierung nicht nur ein Verzicht auf alles, das ich sonst so gerne mag und mich vorübergehend verstellen zu müssen. Sie hat mir vielmehr bewusst gemacht, was für ein faszinierender Mechanismus der Darm und unser Körper sind und mir geholfen, eine liebevollere Beziehung zu meinem Körper zu entwickeln. Ich habe mich danach so energievoll und wohl gefühlt in meiner Haut, sodass es mir ein aufrichtiges Anliegen ist, meinen Körper achtungsvoller zu unterstützen, damit er bestmöglich für mich funktionieren kann.

Während deines Detox kannst du  deine Lymphe mit Bürstenmassagen unterstützen, Giftstoffe abzutransportieren. Auch basische Bäder, Bewegung und Sport fördern den Lymphfluss. Einläufe eignen sich sehr gut, um deinen Darm von älteren Kotresten zu befreien. Darüber hinaus werden schädliche Mikroorganismen ausgespült und die Regeneration der Darmschleimhaut wird, bei regelmäßiger Anwendung, gefördert.

Entspannung und ein ausreichender, erholsamer Schlaf helfen deinem Körper von innen zu heilen, damit du wieder ganz energiegeladen in deinen Tag starten kannst. Gönn dir die Ruhe. Wann könnte ein besserer Zeitpunkt sein als jetzt- wo du auf aufputschende Lebensmittel wie Kaffee und Zucker verzichtest, die dein Ruhebedürfnis unterdrücken?

 

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